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Posts Tagged ‘Israel’

Nachdem letzte Woche in Tel Aviv rassistische Demonstrationen waren, um die Ausweisung/Ausschaffung von insbesondere farbigen Ausländern durchzusetzen, ärgerte sich ein Knesset-Mitglied über die, die das kritisierten:

Shamalov-Berkovich called the Africans‘ supporters phonies – who would happily deport Jews they did not like, settlers and the ultra-Orthodox – and keep the Africans here in Israel.

‚These phonies – first of all I would jail them all for incitement of Jews against Jews. This is Solution Number One: to jail all human rights [activists].‘

‚We can transport them afterwards to those same places that we’re building, the camps. Let them work there.‘

According to Shamalov-Berkovich, ‚There are human rights organizations which, if you’d allow them today to take planes or buses and carry out a ‚transfer‘ on Haredim and settlers, they would – all of them – be the first to load them onto the buses.‘

‚They’d be the first to give them a sandwich with bread and chocolate and transfer the Haredim and settlers out of the state of Israel.‘

‚There are leftist MKs who speak about Haredim and settlers in an atrocious manner,‘ she continued. ‚This is incitement and bottomless self-hatred. They’d be delighted to carry out a transfer [forced expulsion] of Haredim and settlers, and to leave the infiltrators here.‘

Interessanterweise unterstützte sie letztes Jahr die „J14“-Proteste, die in den Rahmen der weltweiten occupy-Bewegung eingeordnet wurden. Allerdings ging es auch dort wohl nur um Recht jüdischer Israelis – schon da wurden die, die auch Rechte für Palästinenser forderten, teilweise sehr unfreundlich behandelt bzw. rausgeekelt.

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Wie überall zu lesen ist, wird über einen weichen oder harten Boykott der Fußball-EM in der Ukraine diskutiert. Wegen der Behandlung der früheren Ministerpräsidentin Timoschenko. Also darf man Boykott fordern. Darf man? Ja, gegen die Ukraine, wegen einer kranken Gefangenen.

In israelischen Gefängnissen befinden sich derzeit 3500 Gefangene im Hungerstreik: teilweise wegen langwährender Verwaltungshaft ohne Anklage und Urteil, teilweise wegen unerträglicher Haftbedingungen, viele davon Opfer fehlerhafter Prozesse.

Über sie wird in der deutschen Presse kein Wort verloren, wer sich – wegen der Hungerstreikenden, wegen der Besetzung Palästinas, wegen der Blockade Gazas – für einen Boykott Israels ausspricht, wird verbal in der Luft zerrissen.

Aber es gibt diese Boykottaufrufe, und sie werden lauter. Stichwort: BDS – Boykott, Divestment, Sanction .

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Günter Grass schrieb ein Gedicht. Und auch wenn ich, trotz anfänglicher Abneigung gegen den Stil, einige seiner Bücher schätzen gelernt habe, litararisch kann ich mit diesem nichts anfangen. Das mag, mangels Sachverstand, an mir liegen.

Aber an diesem Punkt endet meine Kritik, und trotz Details, über die man füglich diskutieren könnte, kann ich für den Inhalt und den Mut, dieses zu veröffentlichen, nur danken. Mut? Ja, denn wie man an der seit Mittwoch laufenden, zum Teil unsäglichen Diskussion allerorten sieht, bedarf es des Mutes, Israel in Deutschland hart zu kritisieren. Viel einfacher und sicherer ist es, Israel in Nibelungentreue beizustehen, egal, ob man Publizist, Literat, Kanzlerin oder einfacher Blogger ist.

Israel hat seit Jahren Atombomben. Sanktionslos. Iran ist noch am Bau der Atomkraftwerke – und wird ständig weiter in die Enge getrieben, noch dazu von Israel – und nicht nur von Israel – mit Krieg bedroht. Deutschland, das eigentlich keine Waffen in Krisengebiete liefern darf, verkauft (subvenitoniert) ein weiteres U-Boot an Israel, mit dem man Iran noch besser angreifen könnte. Aber wer das kritisiert, ist dann ein Antisemit.

Was jedoch, von der typisch deutschen Debatte ganz abgesehen, Grass noch mehr rechtfertigt, ist die Reaktion der israelischen Regierung: wüste Beschimpfungen, Einreiseverbot und nun die – mit Verlaub gesagt, dämliche – Forderung, ihm den Nobelpreis abzuerkennen. Dafür fielen mir ein paar geeignetere Kandidaten ein.

Der Verweis darauf, dass Grass als 17-jähriger bei der Waffen-SS gedient habe, mit dem Ziel, ihn als Alt-Nazi darzustellen, ist historisch blödsinnig, unehrlich – und wer das tut, sollte sich mit der Lebensgeschichte und dem Handeln seiner Kritiker befassen, vor allem den vor Wut schäumenden israelischen Ministern. Die haben alle mehr Menschenleben (von Zivilisten) auf dem Gewissen als Grass haben könnte – und sie waren dafür auch wirklich verantwortlich. Im Gegensatz zu einem 15-jährigen, der zuerst zur Flak geschickt und dann eine Waffe in die Hand gedrückt bekam.

Vollends ekelhaft wird es aber, wenn dann ein Broder nicht nur über Grass Gedicht eines seiner Hass-Pamphlete schreibt, sondern dann diejenigen verunglimpft, die Grass Recht geben. Wo bleibt der Aufschrei, wenn er o etwas schreibt? Gut, man kann Broder einfach als nicht ernst zu nehmen abhaken, was ich für gewöhnlich auch tue. Aber das hier ist wirklich zu viel.

Vernünftigere Reaktionen und Kritik las ich in der – in Deutschland meist nicht beachteten – israelischen Presse und Bloggerszene. Vor allem Gideon Levys Artikel sollte sich mancher in Deutschland gut durchlesen – Zitat:

Some years ago, after a critical article of mine was published in the German daily Die Welt, one of its editors told me: „No journalist of ours could write an article like that.“ I was never again invited to write for that paper. For years, any journalist who joined the huge German media outlet Axel Springer had to sign a pledge never to write anything that casts aspersions on Israel’s right to exist. That is an unhealthy situation that ended with an eruption of exaggerated criticism like Grass‘.

Grass is not alone. No less of a major figure, the great author Jose de Sousa Saramago opened the floodgates in his later years when, after a visit to the occupied territories, he compared what was going on there to Auschwitz. Like Grass, Saramago went too far, but his remarks about the Israelis should have been heeded: „Living under the shadow of the Holocaust and expecting forgiveness for everything they will do in the name of their suffering seems coarse. They have learned nothing from the suffering of their parents and their grandparents.“

After we denounce the exaggeration, after we shake off the unjustified part of the charge, we must listen to these great people. They are not anti-Semites, they are expressing the opinion of many people. Instead of accusing them we should consider what we did that led them to express it..

Aber Broder köpft lieber den Boten.

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Kinder sind die Zukunft. Auch für Palästina – wenn man sie denn aufwachsen lässt. Israel hasst diese Kinder – hält jedes für einen zukünftigen Terroristen.  Und so gibt es auch keinen Aufschrei, wenn nicht nur durch Angriffe, sondern auch durch die Blockadepolitik Kinder sterben: in Gaza ein 7 Monate altes und ein vierjähriges Kind, durch den Stromausfall.

Auch sechsjährige werden schon als Feinde begriffen, verhaftet und vier Stunden lang verhört (in 2010 war das jüngste verhaftete Kind erst 5 Jahre alt). Eine Liste mit gekidnappten Kindern gibt es bei occupied Palestine. Weiterlesen ….

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62 % der Westbank werden als „Area C“ von den Israelis kontrolliert (der Rest auch, aber lassen wir das). Dort dürfen die Eigentümer des Landes, die Palästinenser, nichts. Weder sind sie ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, noch dürfen sie ihren Strom selbst produzieren. Das übersahen die freundlichen europäischen Stifter einiger Solaranlagen – und ärgern sich jetzt darüber, dass die Israelis sie als baurechtlich ungenehmigte Anlagen wieder abreißen wollen.

Das hat System – aber in Deutschland und den anderen beteiligten Staaten sieht man das nicht so gerne. Nur anonym wird es ausgesprochen:

One UN expert, speaking anonymously as they are not authorised to talk to the media, believes the crackdown on the alternative energy movement by the Israelis is part of a deliberate strategy in Area C. „From December 2010 to April 2011, we saw a systematic targeting of the water infrastructure in Hebron, Bethlehem and the Jordan valley,“ the source said. „Now, in the last couple of months, they are targeting electricity. Two villages in the area have had their electrical poles demolished.

„There is this systematic effort by the civil administration targeting all Palestinian infrastructure in Hebron. They are hoping that by making it miserable enough, they [the Palestinians] will pick up and leave.“

Israel versucht, die gesamte Westbank zu annektieren. Stück für Stück, und die Menschen dort werden zu oft von der Welt vergessen.

Joseph Dana hat ein Interview zum Thema der Solaranlagen geführt, um zu sehen, wie die derzeitige Einstellung der deutschen Regierung ist. Die ist allerdings wohl eher besorgt um die Verschwendung ihrer Spenden, weniger wegen der ethnischen Säuberung.

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Verschiedene Meldungen berichten, dass mehrere tausend US-Soldaten nach Israel verlegt werden sollen, während gleichzeitig israelisches Militärpersonal nach Deutschland zum EUCOM kommen soll:

In one of the most blacked-out stories in America right now, the US military is preparing to send thousands of US troops, along with US Naval anti-missile ships and accompanying support personnel, to Israel. It took forever to find a second source for confirmation of this story and both relatively mainstream media outlets are in Israel. With one source saying the military deployment and corresponding exercises are to occur in January, the source providing most of the details suggests it will occur later this spring.

Calling it not just an “exercise”, but a “deployment”, the Jerusalem Post quotes US Lt.-Gen Frank Gorenc, Commander of the US Third Air Force based in Germany. The US Commander visited Israel two weeks ago to confirm details for “the deployment of several thousand American soldiers to Israel.” In an effort to respond to recent Iranian threats and counter-threats, Israel announced the largest ever missile defense exercise in its history. Now, it’s reported that the US military, including the US Navy, will be stationed throughout Israel, also taking part.

Also confirming the upcoming US-Israeli military missile exercises is JTA.org – ‚global news service of the Jewish people‘. In their account, they report, ‚Last week, plans for Gen. Martin Dempsey, the chairman of the U.S. Joint Chiefs of Staff, to visit Israel in January were leaked to Israeli media; his visit likely will coincide with the largest-ever joint U.S.-Israel anti-missile exercise‘.

While American troops will be stationed in Israel for an unspecified amount of time, Israeli military personnel will be added to EUCOM in Germany. EUCOM stands for United States European Command.

Das sieht mehr und mehr nach Kriegsvorbereitungen gegen den Iran aus.

Wie sich aus dem verlinkten Artikel und den Kommentaren (die sind teilweise ausgesprochen lesenswert) ergibt, wird diese Aktion äußerst leise gehandhabt. Dass die JP darüber berichtet, ist erstaunlich, in der amerikanischen Presse soll es nichts geben, in der deutschen ohnehin nicht.

Ich selbst muss mich diesmal bei einem der Blogger im „Freitag“ für das Auffinden bedanken.

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Was stellt man sich unter dieser Überschrift vor? Muslimische Jungs, die mit scharfen Waffen auf „Ungläubige“ Jagd machen?

Denkste. Junge Israelis, die freiwillig bei der Grenzpolizei Dienst tun und es spaßig finden, „illegal aliens“ zu verhaften. Diese illegalen Infiltratoren sind meist – Palästinenser, die eigentlich dort zu Hause sind, aber von der Besatzungsmacht nicht die passenden Papiere bekommen.

“I like catching the Palestinian workers,” says Reut. “Generally we look for them because they scare children. The point is to catch them and return them back where they belong.”

Eran, another member of the group, describes the activities with joy: “It’s a fun feeling – you are filled with adrenaline and energy during such operations. We also feel pride for protecting our home. For instance, one time we went to a construction site and found a few of them there. We saw them hiding and we caught them, took their identification cards, sat them down in the vehicle, and called our commander to come check them.”

Das scheint aber nicht der einzige Fall einer verstärkten Zusammenarbeit mit Zivilisten und Siedlern zu sein, stellt Mya Guarnieri in einem Artikel zum gleichen Thema fest:

Haaretz’s article comes just days after the International Middle East Media Center reported that the Israeli army is also using Israeli settlers to help patrol checkpoints in the West Bank. Taken together, the two suggest that the level of cooperation between the army and Israeli civilains who live in the occupied West Bank, in contravention of international law, could be on the rise.

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