Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Westbank’ Category

Morgen, am 15. April, soll die nächste „Flytilla“ stattfinden. Aus vielen Ländern wollen Unterstützer Palästinas nach Palästina fliegen, um sich dort die Verhältnisse im besetzten Westjordanland anzusehen.

Im letzten Jahr wurden die meisten von den Israelis bereits am Flughafen abgefangen und abgeschoben. In diesem Jahr hat Israel Hilfe: die deutsche Lufthansa. Die hat etliche Tickets storniert, auf Bitten der israelischen Regierung. Die hat eine schwarze Liste unerwünschter Personen erstellt, auf der wohl nicht nur Grass steht. Nur: das mag ihr gutes Recht sein, wenn es um Israel geht. Diese Menschen aber wollen nach Palästina. Hier stellt die Israelische Regierung klar, dass ungeachtet der Oslo-Verträge Palästina weiter ihre Geisel ist. Und die deutsche Lufthansa leistet fröhlich Beihilfe.

Boycott Lufthansa.

Read Full Post »

Seit nunmehr 10 Jahren sitzt Marwan Barghouti in israelischer Haft. Israel weigerte sich im letzten Jahr, ihn mit gegen Gilad Shalit auszutauschen – daran scheiterten schon einige frühere Verhandlungen, aber in diesem Falle scheinen die Israelis zu viel Angst davor zu haben, dass er in Freiheit endgültig den Widerstand ohne Parteigrenzen sammeln könnte.

Aber auch aus dem Gefängnis heraus ist seine Stimme zu hören – und er sagte nunmehr, es sei genug. Genug der Versuche der Israelis, mit immer neuen Verhandlungen und nicht eingehaltenen Versprechungen die Palästinenser zum Narren zu halten, während die Siedlungen in der Westbank aufsprießen wie Pilze nach dem Regen. Während die Rechte der Palästinenser immer weniger werden, ihr Wasser gestohlen, ihre Bäume und Häuser zerstört werden.

Vor allem aber: genug der Zusammenarbeit der PA mit dieser lügnerischen Besatzungsmacht.

Der Ball liegt in Abbas‘ Feld.

Read Full Post »

Hana Shalabi wird im Juli 30 Jahre alt. Wenn sie ihren Geburtstag erlebt. Im September 2009 wurde sie von den Israelis in „Verwaltungshaft“ genommen und kam erst nach zwei Jahren, im Rahmen des Gefangenenaustauschs gegen Shalit, wieder frei. Es gab weder Anklage noch Urteil.

Im Februar 2012 wurde sie wieder verhaftet – wieder ohne jeglichen Grund. So trat auch sie, wie Khader Adnan, in den Hungerstreik. Inzwischen sind es fast 40 Tage, und da ihre Konstitution nicht so gut zu sein scheint, wie Adnans, besteht wohl Lebensgefahr.

Das gesamte System dieser willkürlichen Haft ist eine Schande – aber die Welt sieht zu und schweigt. Hier kommt hinzu, dass genau das passiert, was ich im letzten Jahr vorhersah: Israel nimmt nach und nach die im Austausch zu Shalit Freigelassenen wieder fest, soweit sie sich in Reichweite befinden. Shalits Vater soll gesagt haben, wäre er Palästinenser, er würde israelische Soldaten kidnappen.

Gestern las  ich ausgesprochen wütende Zeilen einer palästinensischen Aktivistin, die gescholten worden war, ihre Wortwahl sei nicht gewaltfrei genug. Sie zählte auf, was die gewaltlosen Aktionen jede Woche an Opfern und Verletzungen fordern – auch die Hungerstreiks gehören zu diesen gewaltlosen Protestaktionen, und wenn Hana stirbt, wird sie das erste Todesopfer dieser Streiks sein.

Wie lange werden die Unterdrückten sich noch an das Ghandi-Prinzip halten, wenn die Reaktionen so aussehen?

Read Full Post »

62 % der Westbank werden als „Area C“ von den Israelis kontrolliert (der Rest auch, aber lassen wir das). Dort dürfen die Eigentümer des Landes, die Palästinenser, nichts. Weder sind sie ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, noch dürfen sie ihren Strom selbst produzieren. Das übersahen die freundlichen europäischen Stifter einiger Solaranlagen – und ärgern sich jetzt darüber, dass die Israelis sie als baurechtlich ungenehmigte Anlagen wieder abreißen wollen.

Das hat System – aber in Deutschland und den anderen beteiligten Staaten sieht man das nicht so gerne. Nur anonym wird es ausgesprochen:

One UN expert, speaking anonymously as they are not authorised to talk to the media, believes the crackdown on the alternative energy movement by the Israelis is part of a deliberate strategy in Area C. „From December 2010 to April 2011, we saw a systematic targeting of the water infrastructure in Hebron, Bethlehem and the Jordan valley,“ the source said. „Now, in the last couple of months, they are targeting electricity. Two villages in the area have had their electrical poles demolished.

„There is this systematic effort by the civil administration targeting all Palestinian infrastructure in Hebron. They are hoping that by making it miserable enough, they [the Palestinians] will pick up and leave.“

Israel versucht, die gesamte Westbank zu annektieren. Stück für Stück, und die Menschen dort werden zu oft von der Welt vergessen.

Joseph Dana hat ein Interview zum Thema der Solaranlagen geführt, um zu sehen, wie die derzeitige Einstellung der deutschen Regierung ist. Die ist allerdings wohl eher besorgt um die Verschwendung ihrer Spenden, weniger wegen der ethnischen Säuberung.

Read Full Post »

Was stellt man sich unter dieser Überschrift vor? Muslimische Jungs, die mit scharfen Waffen auf „Ungläubige“ Jagd machen?

Denkste. Junge Israelis, die freiwillig bei der Grenzpolizei Dienst tun und es spaßig finden, „illegal aliens“ zu verhaften. Diese illegalen Infiltratoren sind meist – Palästinenser, die eigentlich dort zu Hause sind, aber von der Besatzungsmacht nicht die passenden Papiere bekommen.

“I like catching the Palestinian workers,” says Reut. “Generally we look for them because they scare children. The point is to catch them and return them back where they belong.”

Eran, another member of the group, describes the activities with joy: “It’s a fun feeling – you are filled with adrenaline and energy during such operations. We also feel pride for protecting our home. For instance, one time we went to a construction site and found a few of them there. We saw them hiding and we caught them, took their identification cards, sat them down in the vehicle, and called our commander to come check them.”

Das scheint aber nicht der einzige Fall einer verstärkten Zusammenarbeit mit Zivilisten und Siedlern zu sein, stellt Mya Guarnieri in einem Artikel zum gleichen Thema fest:

Haaretz’s article comes just days after the International Middle East Media Center reported that the Israeli army is also using Israeli settlers to help patrol checkpoints in the West Bank. Taken together, the two suggest that the level of cooperation between the army and Israeli civilains who live in the occupied West Bank, in contravention of international law, could be on the rise.

Read Full Post »

Laut Oslo-Abkommen bilden Gaza und die Westbank eine Einheit. Hat auch Israel unterschrieben. Nur, in der Praxis will Israel bestimmen, wer wann von wo nach wo reisen oder gar umziehen darf. Dabei kommt es immer wieder zu äußerst unschönen Ergebnissen.

Amira Hass schrieb über die Fast-Unmöglichkeit für einen Gazzawi, in der Westbank zu heiraten – am Besten den ganzen Artikel lesen, hier ein Auszug:

Like every Gazan, Ehab knows he needs an Israeli permit to enter the West Bank from Jordan. And so well in advance, even before he landed in Amman on December 10 of this year, he contacted Gisha so the legal advocacy group for freedom of movement could submit the application on his behalf. Here are the steps that followed suit:

1. On November 22, Gisha applied in writing to the army’s Coordination and Liaison Office for Gaza and requested a permit for Ehab. For this is one of the bureaucratic rules of the closure and the separation between Gaza and the West Bank: Everyone who has a Gaza address in his identity card and needs any kind of Israeli permit must apply to the liaison office, even if he resides in Ramallah – or New York. Days passed and no answer came.

2. On December 6 Gisha wrote to the Justice Ministry’s department of petitions to the High Court of Justice, a procedure called a „pre-petition“ that sometimes gets the authorities to move more quickly. The pre-petition did indeed get something moving.

3. On the very same day the answer came back: Ehab must direct his request to the Palestinian Civil Affairs Committee in the Gaza Strip, and only after the committee forwards the request to the Israeli side will the Israel authorities consider it. (The civil affairs committee serves as the postman between Palestinians and the Israeli liaison office, which makes the decisions. ) Logical? Not very.

4. The Coordination and Liaison Office knows that the Palestinian Civil Affairs Committee does not accept requests to enter the West Bank from Gazans who are not physically in Gaza. Why not? Because according to the Palestinian committee, the army’s liaison office usually declines to even process them.

5. Nevertheless, on December 8, Ehab’s mother filed a request with the Palestinian Civil Affairs Committee in Gaza (which is subordinate to the Civil Affairs Ministry in the Palestinian Authority in Ramallah ), asking for permission for him to enter the West Bank via the Allenby Bridge in order to become engaged to marry. The civil affairs committee acceded to the pleas of Gisha and sent the request to the military liaison office. Days went by and no answer came.

6. On December 14 Gisha petitioned the High Court of Justice with a request to allow Ehab to enter the West Bank for a defined period, to ask for the hand of the woman he wants to marry, who is slated to join him in the United States.

7. On the same day Gisha received a reply from the liaison office’s center for public applications. It was dated December 13. The name of the person who wrote it was not noted, but that person’s superior officers are Col. Khatib Mansour, the head of the Coordination and Liaison Administration for Gaza, and Maj. Gen. Eitan Dangot, coordinator of government activities in the territories.

The reply states: „Firstly, we will note that in accordance with the working procedures agreed upon with the Palestinian Authority, all applications concerning entry of Palestinians from the Gaza Strip into Israeli territory must be addressed to the Palestinian Civil Affairs Committee, which constitutes the body responsible for coordination, prioritization and transfer to the Israeli side of applications from Palestinian inhabitants of the Judea and Samaria District and the Gaza Strip. Moreover, it should be noted that at the present time, in light of the current political and security situation, entry of Gaza Strip residents into Israel is not allowed apart from exceptional humanitarian cases with emphasis on urgent medical cases.

„For details of all the criteria … you are invited to enter the Coordinator of Government Activities in the Territories site on the Internet… Specifically, let it be made clear immediately that after looking into your client’s matter is has been decided to refuse his request [emphasis added].“

Seit 1997 wurden die beiden Gebiete immer mehr voneinander abgeschnitten. Zunächst war ein Gazzawi, der sich ohne israelische Erlaubnis in der Westbank aufhielt, ein Illegaler. Nach neuerer Gesetzeslage gilt er als Eindringling, der ohne weiteres deportiert werden kann. Tolle Autonomie.

Read Full Post »

Gerade las ich einen Artikel eines jungen Palästinensers aus Ni’lin. Er beschreibt, wie er vor kurzem einige Zeit in Europa verbrachte. Es habe dort viele wundervolle Dinge gegeben. Aber vor allem:

But the most important thing that I have experienced was how it is to sleep in safety and without fear and stress for 3 months. It was the most amazing experience of my life.

Mir kamen die Tränene. Hunderttausende von Kindern, die nicht wissen, wie es ist, schlafen zu gehen in dem Bewusstsein, bis morgens friedlich und ungestört im Bett bleiben zu dürfen.

Der Artikel handelt aber vor allem davon, dass es kurz nach der Rückkehr nach Ni’lin einen nächtlichen Überfall der IOF gab, und der jüngere, 18jährige Bruder heute morgen um 10.30, nach Ofer einbestellt wurde. Bei diesen Vorladungen weiß man nie, wann jemand wiederkommt.

Read Full Post »

Older Posts »