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Posts Tagged ‘IHH’

Trotz allen israelischen Drucks gehen die Vorbereitungen für die Flotilla 2 weiter. 22 verschiedene Organisationen rüsten Schiffe, suchen Mitreisende aus, und das alles möglichst so, dass Israel nicht bereits vor der Abreise Sabotage begehen kann wie im letzten Jahr, als etliche Schiffe plötzlich technische Probleme entwickelten.

Insbesondere versuchte Israel in den letzten Wochen auf die Türkei einzuwirken, dass diese die Flotilla verhindern möge. Dabei übersah man aber, dass einerseits die Flotilla eben kein vorwiegend türkisches Unternehmen war und ist, und andererseits die IHH keine staatliche Organisation.

Vor zwei Tagen jubelten dann einige, insbesondere auch die „WELT„, zu früh, als in einer Pressekonferenz angekündigt wurde, dass das Schiff  „Mavi Marmara“ nicht an der Flotilla werde teilnehmen können. Die IHH erklärt dies mit technischen Problemen. Darüber wird derzeit ausgiebig spekuliert, ich lasse mal dahinstehen, ob das so ist (was ich persönlich mir durchaus vorstellen könnte) oder ob man damit der türkischen Regierung etwas nachgegeben hat, die bat, über eine Verschiebung der Fahrt nachzudenken. Aber auch nur soweit: die IHH hat ausdrücklich erklärt, dass sie als Organistation an der Flotilla beteiligt bleibe.

Die anderen Organisationen machen weiter wie geplant, auch wenn der Ausfall gerade der Mavi Marmara wegen der  Größe und wegen der symbolischen Bedeutung (immerhin war es das Schiff, auf dem beim Angriff der israelischen Navy im letzten Jahr neun Menschen für Gaza starben) von allen bedauert wird.

Ein Gutes hat dies jedoch: im letzten Jahr wurde in der Öffentlichkeit, gerade auch in den deutschen Medien, versucht, die „Schiff für Gaza“ -Aktion als islamistisch-türkisches Unterfangen zu denunzieren. Durch den Ausfall des größten türkischen Hilfsschiffes rücken die unterschiedlichen anderen Organisatoren besser ins Bild.

Dazu gehört eine kanadische „Boat for Gaza“ Initiative, deren Schiff „Tahrir“ heißt. Das der amerikanischen Gruppe wurde „The Audacity of Hope“ getauft – und 28% der Mitreisenden sind jüdische Amerikaner.

Seit dem letzen Jahr wurde darüber diskutiert, ob Israel das Recht gehabt habe, die Flotilla mit Gewalt zu stoppen – und dies jetzt wieder zu tun. Zwei Artikel dazu:

Lying IDF Generals: ‘Israeli Blockade Recognized Under International Law’

Israel has no right to stop Gaza aid flotillas

Ein trauriges Bild geben einige Regierungen – z.B. Kanada – und vor allem der UN-Generalsekretär ab, die versuchen, die Flotilla am Auslaufen zu hindern.

In den nächsten Tagen werde ich sicher weitere Postings zum Thema schreiben. Vorhin las ich zu meiner Freude, dass unter den an der Flotilla 2 teilnehmenden Journalisten auch Joseph Dana (@ibnreza) und Mya Guarnieri (@myaguarnieri) aus Israel sind. Solange man ihnen nicht wieder die Kommunikation abschneidet, wird es also Infos aus erster Hand geben. Auch eine andere meiner Twitterfreundinnen geht wohl an Bord. Mein Herz geht mit ihnen allen. Möge Allah sie beschützen.

 

Weitere Artikel zum Thema:

Freedom Flotilla II to go ahead as planned

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Neben den zahlreichen Versuchen, die Israel unternimmt, um andere Länder dazu zu bewegen, ihre Staatsbürger auf die ein oder andere Weise an der Teilnahme bei der Flotilla 2 zu hindern, kommen natürlich die eigenen nicht zu kurz.

Haneen Zouabi, die im letzten Jahr auf der Mavi Marmara war (ich schrieb über sie hier und hier), soll nun, wenn es nach einem ihrer Knesset-Kollegen geht, an der Ausreise gehindert werden:

MK Yariv Levin (Likud) has fired off a letter to Attorney General Yehuda Weinstein imploring him to prevent MK Hanin Zouabi (Balad) from leaving Israel in order to participate in the next flotilla to Gaza. Zouabi has stated her intent to board the flotilla, as she did in the case of the previous one, which ended in a bloodbath.
“I request that the honorable [Attorney General] act in order to ascertain that MK Zouabi will not be able to take part in the planned flotilla events, including by preventing her leaving Israel,” Levin wrote Weinstein.
Für ihren Mut wünsche ich ihr alles Gute. Wenn es jemand liest, der sie kennt, bitte ausrichten.
Bei der türkischen Regierung versucht man es mit Butterbrot und Peitsche – ein erster Erfolg ließ sich vermelden, da angeblich Davuoglu die IHH aufgefordert haben soll, die Flotilla zu verschieben, bis klar sei, ob nicht die Öffnung Rafahs ausreiche. Dabei übersieht er, dass die IHH nicht die Hauptorganisatorin ist. Zudem dürfte das, was sich derzeit in Rafah abspielt, wohl als Begründung ausreichen, dass Gaza einen freien Zugang über See braucht.
In Deutschland widerrum hat die Antisemitismus-Keule nachhaltig gewirkt:

Bislang war die Linke, die Partei in Deutschland, die sich wohl intensivisten für eine Lösung des Nahostkonfliktes eingesetzt hat! Damit ist es nun vorbei. Klaus Ernst, Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter der Linken, veröffentlichte vor wenigen Stunden eine Mitteilung, die besagt, dass es Abgeordneten der Linken nun nicht mehr gestattet ist die Ein-Staaten-Lösung in Betracht zu ziehen oder an der diesjährigen Free-Gaza-Flotte teilzunehmen!

So schreibt Ernst auf seiner Seite über den einstimmigen Beschluss den die Fraktion beschloßen hatte:

“Wir werden uns weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Ein-Staaten-Lösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte noch an der diesjährigen Fahrt einer ‘Gaza-Flottille’ beteiligen.”

 

Ich bin gespannt, ob sich die Abgeordneten auf Linie bringen lassen – gehe aber davon aus. Man ist ja in Deutschland.

 

Auch in Kanada soll einiges gegen die Flotilla-Teilnehme im Gange sein – wenn ich mehr finde, trage ich das hier nach.

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