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Archive for the ‘Blockade’ Category

27. Dezember 2008. Ein sonniger Morgen in Gaza. Doch plötzlich bricht die Hölle los. 22 Tage lang bekämpft Israel die 1,6 Millionen im Gazastreifen eingesperrten Palästinenser mit allem, was ein modernes Kriegsarsenal zu bieten hat, bis hin zu weißem Phosphor.

Ein junger Mann, damals grade 19, beschreibt den Tag und die Folgen:

http://electronicintifada.net/content/three-years-ago-normal-morning-turns-horror-gaza/10738

Everything was completely normal, except that the sky seemed clearer than usual with the absence of the Israeli unmanned drones that would fly and buzz in the sky above. No abnormal signs, no reason to worry, and not a single harbinger of an impending war.

My mom was away for the weekly shopping. My sisters, who had been halfway through their day, were back home from school and were already seated before the television, watching cartoons. I made myself a cup of tea and, as is my habit, started to count the pages I had to finish studying that day. Very soon, I was immersed in my book.

A little while later, and all of a sudden, all hell broke loose. I can’t even remember how it all started. It just happened. There was no beginning, and there was no end.

The bombs rained down from every direction. I felt the floor beneath my feet shake so terribly. The entire building shook back and forth with every falling bomb. It seemed as if all the bombs had been dropped in my neighborhood, just next to where I lived.

The bombing was so horrendously ear-piercing. My heart skipped many a beat. Wide-eyed and petrified, my sisters stood transfixed next to me, tightly clutching my arms. I wanted to calm them down, but not until I calmed down myself first. Not until I could get myself to think clearly, and not until I could understand what was happening in the first place.

Ungefähr 1500 Menschen starben, unzählige wurden verletzt. Unter den Toten waren allein 344 Kinder, einige davon erst weniger Monate alt. 2000 Kinder wurden zu Waisen, inzwischen gibt es ca. 53000 Kinder in Gaza, bei denen beide Eltern oder der Vater nicht mehr leben.

Gazas Kinder – mit welchen Erinnerungen leben sie, wachsen sie auf?

 

Doch Gaza und seine Menschen leben weiter. Vergessen wir sie nicht.

 

Alle Bilder mit freundlicher Erlaubnis der Bloginhaberin von http://nevercastleadagain.wordpress.com/in-pictures/
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Es ist eher lächerlich: nicht einmal das winzige französische Schiff „Dignité“ durfte seine Fahrt nach Gaza fortsetzen – vor Kreta wurde es von der griechischen Küstenwache angehalten.  Offensichtlich hat Israel Angst vor einer kleinen Yacht mit 12 Menschen an Bord.

Ich wünschte, ich wäre Karikaturistin!

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Nachdem Israels PR bei der Flotilla schon ziemlich schlecht aussah, verheddert man sich seitens der Regierung und ihrer Handlanger noch mehr. Die Reaktionen auf die Ankündigung, einiger hundert Aktivisten, am nächsten Freitag, dem 8. Juli, über Tel Aviv einreisen zu wollen und Palästina zu besuchen, lässt einige geradezu hysterisch werden.

Die Aktion: „Welcome to Palestine“ erklärte dazu in einer Pressemitteilung:

Nearly 600 women, men and children, among whom more than 350 French citizens, will fly to the West Bank next Friday 8 July, in answer to the call from 15 West Bank Palestinian civil society organizations.

The aim is to show that, if our governments do not seem to be interested in the fate of these people who have been under occupation for far too long, there are men and women from all countries, who are ready to bring them moral support, using a week of their holidays to go and meet them.

In order to go to Bethlehem, we have no other choice than first landing at Tel Aviv airport, since the only Palestinian airport was destroyed by Israel in the early 2000’s. We know that the internationals who go to Palestine are very often subjected to arbitrary, indeed criminal practices, when they are not turned back, which often leads them to lie on the reasons of their journey.

However, all the French, Belgian, British, German, Italian and American participants decided of one accord that, having nothing to hide, and coming with totally peaceful intentions, they would inform the Israeli authorities of our wish to go to the West Bank immediately after our arrival at Tel Aviv airport.

We then duly informed the French Foreign Office who forwarded the information to the Israeli authorities.

They therefore know perfectly well that we are not coming “to spread chaos at Tel Aviv airport” – contrary to claims by certain agencies, only to pay a visit to Palestinian families, share their daily life for a week, visit the towns, villages and refugee camps, discover the difficulties encountered by their inhabitants, also their culture and their expectations.

Our programme includes in particular exchanges with the Al-Rowwad Centre of the Aïda refugee camp (Bethlehem), help with olive tree planting around Ramallah, also a solidarity visit to the organizers of the Jenin Freedom Theatre whose manager, Juliano Meir Khamis, was brutally assassinated recently.

We strongly stress that we campaign for a just peace and for the freedom and security of both the Palestinian and the Israeli people. Such a peace necessarily means the end of the occupation of the Palestinian Territories and the respect of international law. There are many Israelis who share this point of view.

We are leaving with our passports in order. We are not carrying anything dangerous. We often come as families and we are ready to submit to the controls in force in all the airports of the world. However, we refuse both arbitrary practices, we mean without any connection with anyone’s security, and humiliation.

Denn, Tatsache ist, dass viel zu wenig klar wird, wie sehr auch die Westbank besetztes Gebiet ist, ein Gebiet, das eigentlich auch unter Blockade steht. Es gibt weder einen Flughafen, noch einen Grenzübergang, der nicht unter israelischer Aufsicht steht – auch von Jordanien aus kann man nicht ohne isralische Kontrolle einreisen und viele werden zurückgewiesen.  Die Aktion verspricht, interessant zu werden. Der hashtag auf twitter scheint aber #Airflotilla zu werden – mir gefiel Flightilla besser.

Es wird sicher ab Freitag auch in anderen Medien mehr darüber geben. Haaretz berichtet heute schon, und hier ein Tweet von Joseph Dana, der es sehr gut auf den Punkt bringt:

 

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Eigentlich wäre jedes einzelne dieser Themen einen separaten Artikel wert – was ich derzeit leider nicht schaffe, daher hier als Sammlung:

Wie ist das, wenn man schwanger ist und auf dem Weg zum Krankenhaus am Checkpoint stundenlang festgehalten wird? Davor fürchten sich zu Recht viele palästinensische Frauen. Laut einer Statistik gab es allein zwischen 2000 und 2007 62 Geburten an Checkpoints im Westjordanland – obwohl schon viele Frauen aus eben diesem Grund zu Hause entbinden. Folge: 35 Babys und 5 Mütter starben dabei.

OPT: Born at a checkpoint

Immer mehr Stimmen melden sich zu Wort, dass durch die amerikanische Nachgiebigkeit und die israelische Gier nach Land und Vertreibung die Oslo-Verträge am Ende sind. Ich stimme dem zu und würde mich freuen, wenn die PA ihre Selbstauflösung erklärt, damit die Lage wieder klar als feindliche Besatzung durch Israel erkennbar ist. Dann wäre es eventuell einfacher, Verstöße gegen internationales Recht genau aufzuzeigen – und Israel könnte nicht für alles unangenehme die Verantwortung ablehenen.

The Oslo Accords are all but dead

 

Trotzdem versucht Israel weiterhin, für eventuelle Verhandlungen die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, egal, wer dabei vertrieben und misshandelt und welche Rechte verletzt werden müssen. Insbesondere das Jordantal wird seit Monaten systematisch enteignet und ethnisch gesäubert, weil Netanyahu meint, dieses auf keinen Fall Palästina überlassen zu wollen – obwohl es Teil der Westbank in den Grenzen von 1967 ist.

The ethnic cleansing of Palestinians along Greater Israel’s eastern frontier

Wobei ja nie wirklich etwas passiert, wenn Israel mal wieder gegen jegliche Konventionen verstößt – wie z.B. mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen. Die UN rügt, und Israel ist auch noch wütend darüber:

Israel furious over critical UN report of IDF on Nakba Day

Zudem scheint Israel zunehmend unter einem anderen Phänomen zu leiden: immer mehr Israelis wandern – wieder – aus, gerade auch jüngere. Ebenso habe ich schon verschiedentlich gelesen, dass es viele gibt, die zumindest einen zweiten Pass wollen, und wenn es ein deutscher ist.

The million missing Israelis

Ein Bericht des Roten Kreuzes über Gaza:

Gaza: continuous hardship for Gazans after four years of closure

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Zuerst die gute Nachricht: neuesten Meldungen zufolge ist einem kleinen Flotilla-Teilnehmer, dem französischen Schiff „Dignité“, das Auslaufen aus griechischen Gewässern gelungen. Erstaunlich, nachdem doch Griechenland sich dazu hat erpressen lassen, allen anderen Schiffen bislang das Auslaufen zu verbieten und sowohl das amerikanische als auch gestern das kanadische Schiff fast gewaltsam wieder in den Hafen zwang und Verhaftungen vornahm. Der Kapitän des amerikanischen Schiffes ist in Haft, ebenso drei Personen des kanadischen Teams – darunter meine Twitter-Freundin @SmithSofia, die ich schmerzlich vermisse.

Ich habe immer zu den Muslimen gehört, die eher bedächtig allgemeine Verschwörungstheorien über israelischen Einfluss skeptisch betrachteten. Was Israel in diesen Tagen vorführt, ist eine Bestätigung all jener. Sowohl, was die miserable Pressearbeit angeht, als auch die Einflussnahme auf diverser Regierungen. Am meisten aber auf Griechenland, das traditionelle eher gute Beziehungen zu Palästina hatte, aber in den letzten Jahren israelischem Werben zunehmend erlag, als Tel Aviv Ersatz für die verärgerte Türkei suchte. Ein griechischer Diplomat gab gestern an, es gehe u.a. um eine Gasleitung, die von off-shore Gasfeldern vor der palästinensischen Küste nach Griechenland liefern solle. Hoffen wir mal, dass es nicht von dem Gasfeld vor der Küste Gazas ist – welches ich für einen Hauptgrund der israelischen Sturheit bei der Blockade-Frage halte: Gaza soll dieses Feld nicht ausbeuten dürfen.

Und nun sitzen die Schiffe der Flotilla 2 in Griechenland fest. Auch wenn ich mich, wie andere, frage, warum ausgerechnet griechische Häfen gewählt wurden, bleibt die Tatsache, dass die griechische Regierung sich einfach unmöglich benimmt – populär soll das bei den Regierten i.Ü. nicht sein. Gestern wurde die Küstenwache, als sie die kanadische „Tahrir“ einfangen wollte, nicht unwesentlich von griechischen Aktivisten behindert. Leider nicht lange genug, als dass das Schiff internationale Gewässer hätte erreichen können.

Ich frage mich allerdings auch, mit welchem Recht Griechenland die Schiffe und die Menschen festhält – vielleicht weiß das ja einer meiner Leser – und wie lange sie das dürfen, wenn überhaupt. Und was, bitte, wäre, wenn die Schiffe nun angäben, z.B. Suez anlaufen zu wollen und unterwegs einfach abdrehen?

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Israel hat Mitgliedern der ausländischen Presse angedroht, wer auf der Flotilla mitfahre, dürfe danach zehn Jahre nicht mehr ins Land.

Israel warns media against boarding Gaza flotilla

Das gab harte Kommentare aus der Presse, aber soweit mir bekannt, ließ sich kein Reporter davon abschrecken. Auch die NYT fährt mit.

Avoid Gaza Flotilla, Israel Warns Foreign Journalists

Inzwischen scheint die israelische Seite zurückzurudern. Soo schlechte Presse wollte man denn wohl doch nicht haben. Was allerdings den israelischen Journalisten droht, kann ich nur ahnen.

Auch wenn die Abschreckung nicht wirkt – tausende haben sich für die wenigen Plätze an Bord der Schiffe gemeldet – versucht es Israel doch mit martialischen Ankündigungen:

Israeli Prisons are ready

Das französische Schiff für Gaza ist bereits aus Korsika ausgelaufen – ohne Behinderung durch französische Behörden, ebenso wohl das spanische – das Gernika heißt.

La Dignité

Hier findet sich mehr über Schiffe und Mitfahrende – dazu versuche ich, noch einen längeren Bericht zu schreiben, wenn es klappt:

Who’s sailing to Gaza

Auch ein arabisches Schiff fährt mit.

Arab ship to participate in Gaza Freedom Flotilla II

Und aus Griechenland kommt die Nachricht, dass die Blockade des US-Schiffes wohl durch eine israelische Organisation verursacht wurde, die einen – recht merkwürdigen Sponsor hat. Aber nachdem das nun bekannt wurde, scheint es weiterzugehen und der neue Bericht von J.Dana hört sich eher optimistisch an:

Flotilla organizers: “We are ready to sail”

Ich empfehle ohnehin, ihm und Mya Guarnieri auf twitter zu folgen und/oder ihre Artikel bei The Nation, +972 bzw. Maan zu lesen. Jeden einzelnen werde ich hier nicht verlinken.

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… die Rhetorik wird härter,  Israel versucht alles, um die Flotilla zu behindern. Joseph Danas tweets heute morgen sprachen auch von massivem Druck auf die griechische Regierung.

Israel escalates pressure, threats against flotilla

Für Zweifelnde: die Blockade Gazas ist illegal – also besteht kein Recht, Schiffe am Anlaufen des Hafens in Gaza zu hindern:

Gaza Blockade Legal? Hardly.

Oft wird auch eingewendet, die Flotilla sei nicht notwendig – zwei Artikel dazu:

Gaza Flotilla: Dr Ahmed Yousef IV On Breaking the Seige

Medicines for Gaza stuck at Israeli crossing

Wie ich schon anderweitig erwähnte, wird das amerikanische Schiff „Audacity of Hope“ zu mehr als einem Viertel von jüdischen Amerikanern bemannt. Hier schreibt einer von ihnen über seine Motivation:

A moment before boarding the next flotilla

Der erste Bericht aus Athen von Mya Guarnieri, die für Maan an Bord geht:

Savvy flotilla prep in full swing at Athens port

 

Mehr von J. Dana und M. Guarnieri. Der Druck Israels auf Griechenland wächst anscheinend, es war möglicherweise keine gute Wahl, griechische Häfen als Sammelpunkt zu wählen.

Flotilla organizers say Israel pressuring Greek government

With the Gaza Aid Flotilla

Greece: Israeli assault on the Flotilla is well underway

 

Ali Abunimah über Clintons recht hinterhältige Reden. Einerseits übersieht sie absichtlich (sie ist ja nicht dumm), dass die Flotilla keineswegs vorhat,  in israelische Gewässer einzudringen. Der Weg führt unmittelbar von internationalen Gewässern in die vor Gaza – wo israelische Marine nichts verloren hat. Andererseits legt sie mit ihrer Einschätzung den Grundstein dafür, dass in Zukunft noch mehr als bisher Palästina-Aktivisten als Hamas-Unterstützer in den USA gemäß den diversen Terror-Gesetzen verfolgt werden können. Übel.

Hillary Clinton gives green light for Israeli attack on Gaza flotilla

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