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Posts Tagged ‘Hungerstreik’

Wie überall zu lesen ist, wird über einen weichen oder harten Boykott der Fußball-EM in der Ukraine diskutiert. Wegen der Behandlung der früheren Ministerpräsidentin Timoschenko. Also darf man Boykott fordern. Darf man? Ja, gegen die Ukraine, wegen einer kranken Gefangenen.

In israelischen Gefängnissen befinden sich derzeit 3500 Gefangene im Hungerstreik: teilweise wegen langwährender Verwaltungshaft ohne Anklage und Urteil, teilweise wegen unerträglicher Haftbedingungen, viele davon Opfer fehlerhafter Prozesse.

Über sie wird in der deutschen Presse kein Wort verloren, wer sich – wegen der Hungerstreikenden, wegen der Besetzung Palästinas, wegen der Blockade Gazas – für einen Boykott Israels ausspricht, wird verbal in der Luft zerrissen.

Aber es gibt diese Boykottaufrufe, und sie werden lauter. Stichwort: BDS – Boykott, Divestment, Sanction .

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Khader Adnan ist frei, diesmal haben die Israelis Wort gehalten. Gestern traten 1200 weitere Gefangene in den Hungerstreik, der Umgang der Besatzungsmacht mit Inhaftierung und Gefangenen ist einfach unerträglich.

10 der Gefangenen sind schon länger im Hungerstreik, zwei davon seit 50 Tagen, einigen  geht es bereits sehr schlecht.

Before Tuesday’s mass protest, just 10 Palestinian inmates were on hunger strike, four of whom had been transferred to prison hospitals because of fragile health, the Palestinian Prisoners Club said.

Two of them, Bilal Diab and Thaer Halahla, have been refusing food for 50 days and are being held at the hospital wing of Ramle prison near Tel Aviv, with prisoner rights group Adameer describing their condition as “rapidly deteriorating.”

Speaking to AFP in Hebron, Aziz Halahla said his son was not prepared to give up, despite his rapidly fading health.

“My son’s health is deteriorating and he insists on continuing his hunger strike until they meet his demands or until he dies a martyr,” he said.

Hassan Safdi, another prisoner being held in the hospital wing at Ramle after refusing food for 44 days, is also increasingly frail, with Adameer describing his condition as “very serious.”

Most of them are being held without charge under administrative detention orders, which means they can be held for renewable periods of up to six months.

Zum Tag des Gefangenen gab es gestern auch eine Pressemitteilung der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA, die ich hier der Einfachheit halber übernehme – aus ihr ergibt sich auch, dass seit dem Austausch gegen Shalit im Oktober letzten Jahres mehr Menschen verhaftet als zuvor freigelassen wurden.

Marking Prisoner Day, a joint press release by the Palestinian Central Bureau of Statistics and the Ministry of Prisoners Affairs said Tuesday that a total of 201 Palestinian prisoners have died in Israeli jails since 1967.

The prisoners died of torture, medical negligence, use of fatal force, premeditated killing and use of shooting, said the press release.

Seven prisoners died in 2007, including five of medical negligence, making it the highest mortality rate among Palestinians in Israeli prisons in one year since 1967.

Around 2,000 Palestinians were arrested since the October prisoners’ exchange deal between Hamas and Israel, at an average of more than 10 arrests per day.

The press release said Israel currently has around 4,700 Palestinians in prison, including six women, 185 minors and 27 members of the Palestinian Legislative Council.

Israel placed over 20,000 Palestinians under administrative detention, without charge or trial, since 2002, of whom 320 prisoner remain in jail till this moment.

In addition, there are 822 Palestinians who are in detention awaiting trial.

R.Q./M.S.

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Hana Shalabi wird im Juli 30 Jahre alt. Wenn sie ihren Geburtstag erlebt. Im September 2009 wurde sie von den Israelis in „Verwaltungshaft“ genommen und kam erst nach zwei Jahren, im Rahmen des Gefangenenaustauschs gegen Shalit, wieder frei. Es gab weder Anklage noch Urteil.

Im Februar 2012 wurde sie wieder verhaftet – wieder ohne jeglichen Grund. So trat auch sie, wie Khader Adnan, in den Hungerstreik. Inzwischen sind es fast 40 Tage, und da ihre Konstitution nicht so gut zu sein scheint, wie Adnans, besteht wohl Lebensgefahr.

Das gesamte System dieser willkürlichen Haft ist eine Schande – aber die Welt sieht zu und schweigt. Hier kommt hinzu, dass genau das passiert, was ich im letzten Jahr vorhersah: Israel nimmt nach und nach die im Austausch zu Shalit Freigelassenen wieder fest, soweit sie sich in Reichweite befinden. Shalits Vater soll gesagt haben, wäre er Palästinenser, er würde israelische Soldaten kidnappen.

Gestern las  ich ausgesprochen wütende Zeilen einer palästinensischen Aktivistin, die gescholten worden war, ihre Wortwahl sei nicht gewaltfrei genug. Sie zählte auf, was die gewaltlosen Aktionen jede Woche an Opfern und Verletzungen fordern – auch die Hungerstreiks gehören zu diesen gewaltlosen Protestaktionen, und wenn Hana stirbt, wird sie das erste Todesopfer dieser Streiks sein.

Wie lange werden die Unterdrückten sich noch an das Ghandi-Prinzip halten, wenn die Reaktionen so aussehen?

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