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Archive for the ‘Jerusalem’ Category

Es passiert immer sehr viel auf einmal ….

Nicht nur im Negev, auch im Jordantal werden weiter Palästinenser durch das Zerstören ihres Wohnraums vertrieben:

Mosque, school handed demolition orders

IOF soldiers destroy Bedouin tents

Mit der schleichenden Annektion des Jordantals befasst sich auch dieser Artikel und der dort als PDF verlinkte Bericht:

“The Silent Annexation of the Jordan Valley”

Joint Written Statement – Human Rights Council 17th Session

 

Ein ehemaliger saudischer Botschafter in den USA schreibt einen sehr offenen Kommentar über die saudische Sicht auf die amerikanische Israel-Politik. Bei aller Freundschaft, hier gibt es Grenzen:

Failed favoritism toward Israel

Und dieser Kommentar wird dann von R. Cohen kommentiert – aufschlussreich.

From a Saudi prince, tough talk on America’s favoritism toward Israel

 

Nur ein Aspekt über die Umweltprobleme Palästinas: Israelischer Müll. Das Thema insgesamt, vor allem auch in Gaza, bedürfte eines längeren Artikels:

Barkat, Erdan get down and dirty over Abu Dis trash site

Nicht allen Israelis ist bei der derzeitigen Lage ganz wohl, wie es scheint:

Israelis Rush For Second Passports

Hier gibt es sechs Videos über das derzeitige Leben in Ost-Jerusalem – mal was anderes:

WATCH: Guardian, B’Tselem provide peek into life in E. Jerusalem

Bericht und Video von der „Rückkehr nach Jerusalem“, dem Marsch vom 5. Juni:

Returning to Jerusalem

Und so gerne das Thema in Israel heruntergespielt und in Deutschland zur Diffamierung verwendet wird, BDS scheint zu wirken. Der ehemalige israelische Verteidigungsminister Ben Eliezer warnt:

Former Israeli Defense Minister Warns of BDS, Sanctions

Die jpost druckt einen gerharnischten Artikel des Direktors der palästinensischen Wasserbehörde ab – unbedingt lesen, er erklärt sehr gut, warum Israel keinerlei Interesse an der Existenz eines gleichberechtigten palästinensischen Staates hat und die Hamas nur ein Vorwand ist:

The real reason for Palestinians‘ water crisis

Jeden Tag gibt es Artikel zum Thema Flotilla – heute aus Kanada, wo sich die „Boat to Gaza“-Initiative von der Regierung nicht von der Teilnahme abhalten lassen will:

Canadians to join Gaza flotilla despite warnings

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Linktips 2

Wird im Laufe des Tages ergänzt:

Stolperte über den Blog: Palestinan-Fieldnegro. Ein zu Recht bitterer Artikel über das Leben als Palästinenser in Ost-Jerusalem.

I am either an illegal citizen of one state or an inferior citizen in another

Ein Augenzeugenbericht vom 5. Juni auf den Golanhöhen:

Israel: A Choice to Kill

Ich weiß, warum ich Facebook boykottiere:

„Freedom For Palestine“ – Song wurde von FB Seite entfernt

Auch wenn ich denke, dass die Zweistaatenlösung bereits tot ist, ist diese Richtung der deutschen Politik nicht dazu geeignet, das Ansehen Deutschlands in Palästina zu verbessern:

Minister: Berlin to advise Palestinians against statehood bid

 

Kevin Neish über seine Fahrt auf der Mavi Marmara im letzten Jahr – und warum er in diesem Jahr nicht auf dem kanadischen Schiff Tahrir mitfahren wird:

Not Taking No For an Answer. Kevin Neish, The Mavi, and the Freedom Flotilla…Take II

 

Joseph Danas Photos von der gestrigen Demo  – unbedingt anklicken:

PHOTOS: Protest in Nabi Saleh consumed by tear gas

 

Sie kamen im Morgengrauen, um ihn abzuholen:

Army Kidnaps Former Detainees Minister

 

Ein bemerkenswerter Artikel über Israels Optionen in der Jerusalem Post:

In Gaza, time to try a new option

Zitat:

There appear to be three alternative options.

One is the status quo: muddling through with a partial blockade, withstanding flotillas and international pressure, threatening to break or weaken ties with the PLO and Palestinian Authority if Hamas as currently constituted (rejecting the Quartet’s three conditions) is integrated into them, and refusing to negotiate with a Palestinian leadership that includes Hamas. This promises more isolation and international anger but, barring some major strategic disaster, allows Prime Minister Binyamin Netanyahu to achieve his primary objective of political survival.

It is no more likely to bring down Hamas and restore PLO rule in Gaza than any of the abortive measures Israel has adopted thus far.

A second option is radical: seal the Gaza- Israel land border, open its naval and air boundaries and challenge Egypt to deal with the problem of an Islamist entity on the two countries’ border. This, in effect, generates a “three-state solution” to the Israeli-Palestinian conflict – not necessarily the worst outcome from Israel’s standpoint.

But it is liable to muddy Egyptian-Israeli relations at a critical moment and to inflate Gaza into a pro-Iranian Islamist fortress, armed to the teeth, on the shores of the Mediterranean.

A third option, also radical, is to offer to relax the blockade to the maximum without incurring military dangers and to accept Hamas as an enemy Israel has to try to talk to without political preconditions, as long as Hamas maintains a ceasefire and returns Gilad Shalit for a reasonable price. Neither Egypt nor the PLO, both of which now deal openly with Hamas, could object to in effect being outflanked by Israel. This option, too, could conceivably generate or perpetuate a three-state reality.

 

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Die Meldungen verdichten sich seit gestern: die direkten Gespräche zwischen Abbas und den Israelis stehen kurz vor dem Abbruch. Vor einer Woche endete der offizielle Baustopp für israelische Siedlungen im Westjordanland – wobei auch in diesen zehn Monaten ja fleißig auf gestohlenem Land weitergebaut und weiter enteignet wurde – und Netanyahu scheint weder Willens noch in der Lage, diesen Baustopp wenigstens als Zeichen guten Willens zu verlängern.

Damit rechtfertigt er jene, die wie ich von Anfang an dagegen waren, dass Abbas überhaupt unter diesen Bedinungen an den Verhandlungstisch zurückkommt. Es geht so einfach nicht. Zudem waren die „Verhandlungen“ von Druck auf Abbas begleitet, täglich Meldungen über Gewalt und weitere Räumungen. Welches Gebiet sollte denn nach Willen Israels überhaupt noch zurückgegeben werden?

Worüber verhandeln sie noch? Das Recht auf Rückkehr für seit 1948 vertriebene Palästinenser wird als etwas ungeheuerliches dargestellt. Aber jeden Tag dürfen Menschen nach Israel einwandern, nur weil deren entfernte Vorfahren angeblich einmal dort gewohnt haben – vor ca. 2000 Jahren. Das sollen die Palästinenser akzeptieren? Warum eigentlich?

Niemand hat jemals die Palästinenser gefragt, was sie zur Errichtung dieses Staates Israel zu sagen hätten. Die berühmte Abstimmung in Lake Placid fand ohne einen ihrer Vertreter statt. Und nun sehen sie sich Tag für Tag der israelischen Armee auf der einen Seite und der Phalanx der internationalen Community auf der anderen Seite gegenüber, die von ihnen verlangen, immer mehr Land und Rechte aufzugeben. Warum eigentlich?

Es ist auch erstaunlich, wie schwierig Diskussionen zum Thema sind – exemplarisch zu verfolgen beim Freitag. Dort findet sich eine neue Variante der geplanten Enteignung der Palästinenser: Nationalstaaten sind überholt, Einwanderergesellschaften wie die USA und Israel haben bessere Rechte. Die Kommentare sind höchst aufschlussreich.

Wenn man aber knapp zwei Stunden von Jerusalem entfernt sitzt, inmitten von Menschen, die seit vielen Jahren darauf warten, nach Hause gehen zu dürfen, sieht vieles sehr viel anders aus.

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Nachdem durch die Erschießung eines Mannes in Jerusalem vor zwei Tagen weitere Kämpfe in Jerusalem ausbrachen, setzten die Israelis auch Tränengas gegen in den Häusern verbleibende Frauen und Kinder ein.

Muhammed Abu Sneneh, ein Kleinkind von 14 Monaten, erstickte nach Angaben der Ärzte an diesem Gas. Wie Joseph Dana berichtete, seien die Eltern aufgefordert worden, dies zu verschweigen – sie baten jedoch Dana, der unter @ibnreza twittert, zu berichten.

In der Nachbarschaft flehten andere Bewohner danach die Soldaten an, kein weiteres Tränengas zu versprühen – es gab für die Kinder keinen Ausweg. Zum Schluss gelang es, die Soldaten daran zu hindern.

Tränengas, das ja in deutschen Nachrichten dann immer als polizeiliche Abwehrmaßnahme dargestellt wird, ist in Israel nun zur tödlichen Waffe geworden. Es wurden schon zuvor Aktivisten verletzt, wie die junge Amerikanerin, die ein Auge durch einen Tränengaskanister verlor – der nie so in die Menge hätte geworfen werden dürfen – und andere.

Dieser Todesfall jedoch ist geeignet, die Situation weiter eskalieren zu lassen. Bereits vorgestern, anlässliche der Beerdigung des erschossenen fünffachen Vaters und des Sturms der Israelis auf die Al-Aqsa-Moschee, war die Rede von einer 3. Intifada.

Und was tuen die selbsternannten Vertreter, Abbas und Fayyad? Sie verhandeln mit den Befehlshabern der Mörder.

Quelle – u.a.: http://mondoweiss.net/2010/09/east-jerusalem-still-on-edge-as-14-month-old-baby-asphyxiated-by-israeli-tear-gas.html

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Die Palamentswahl in Palästina 2006 gewann die Hamas mit 74 von 132 Sitzen. Diese Wahl der Palästinenser wurde international nicht anerkannt, obwohl sie von niemandem als gefälscht bezeichnet werden konnte. Wie es weiter ging, ist bekannt, ich stelle das nur hier vornan, da oft zu lesen ist, Hamas habe sich an die Macht „geputscht“.

Obwohl nun dank der Zusammenarbeit der PA mit anderen es keine gewählte Regierung mehr gibt, bleibt es doch dabei, dass damals Abgeordnete in freien Wahlen bestimmt wurden, die eigentlich auch Rechte haben sollten.

Israel als Besatzungsmacht kümmert sich jedoch weder darum, noch um die Genfer Konvention, die besagt, dass Einheimische nicht deportiert werden dürfen.

Diesmal trifft es – neben vielen anderen arabischen Einwohnern Ost-Jerusalems – vier Abgeordnete der Hamas: Mohammed Abu Tir, Mohammed Totach, Khaled Abu Arafa, and Ahmed Atoun.

Ihre Identity cards wurden ungültig gemacht, sie selbst aufgefordert, entweder aus der Hamas auszutreten oder Jerusalem zu verlassen. Abu Tir war erst im Mai aus dem Gefängnis entlassen worden – nein, er war dort nicht wegen eines Verbrechens, sondern wurde nach der Inhaftierung Shalits zusammen mit etlichen anderen eingesperrt, als Druckmittel. Nun, kaum wieder zu Hause, droht ihm neue Inhaftierung – einen Austritt aus der Hamas und die Aufgabe ihrer Tätigkeit als Abgeordnete haben alle vier abgelehnt.

Was davon steht in der deutschen Presse?

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Am südwestlichen Rand Jerusalems liegt das kleine Dorf Walajeh. Nur, wie lange noch? Schon seit langem verlor es immer wieder Teile des zum Dorf gehörenden Landes – die jetzt begonnene Einkreisung mit dem sogeannten „Sicherheitszaun“ der Israelis könnte auf die Dauer ein Leben dort unmöglich machen.

Obwohl schon vor sechs Jahren der Internationale Gerichtshof festgestellt hat, dass der Bau dieses Zaunes – Mauer in städtischen Gebieten – rechtswidrig sein, vor allem, weil er auf dem Gebiet der Westbank errichtet wird, diesseits der Grünen Linie, wird weiter gebaut, Häuser zerstört, Land gestohlen, Olivenbäume vernichtet.

36 Dörfer, 9,4 % des Landes der kleinen Westbank liegen – wenn Israel seinen Bau beendet – zwischen der Grünen Linie und diesem Schandmal. Die Menschen dort sind nach beiden Seiten abgeschnitten, Tore in der Mauer sind unregelmäßig geöffnet, Zugang zu Feldern von beiden Seiten nicht immer und nur unter Schikanen möglich. Israel versucht hier, weitere Tatsachen zu schaffen, bei Verhandlungen möglichst viel des Landes als faktisch nicht rückgabefähig deklarieren zu können.

Walajeh ist wohl mit der schlimmste Fall – wer soll da noch leben wollen, wenn nach allen Seiten sich Zaun und Mauer erheben? Die jüngeren werden wohl alle abwandern. Derzeit gibt es einen kurzen Baustopp – ein Mann klagt dagegen, dass er nicht nur seine Olivenbäume verloren hat, sondern nun auch noch die Gräber seiner Großeltern geschändet werden sollen. Aber das wird wohl kaum etwas helfen.

Ein weiteres palästinensisches Dorf stirbt, leise, langsam. Die Welt schaut zu.

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