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Posts Tagged ‘Blockade’

Es ist eher lächerlich: nicht einmal das winzige französische Schiff „Dignité“ durfte seine Fahrt nach Gaza fortsetzen – vor Kreta wurde es von der griechischen Küstenwache angehalten.  Offensichtlich hat Israel Angst vor einer kleinen Yacht mit 12 Menschen an Bord.

Ich wünschte, ich wäre Karikaturistin!

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Nachdem Israels PR bei der Flotilla schon ziemlich schlecht aussah, verheddert man sich seitens der Regierung und ihrer Handlanger noch mehr. Die Reaktionen auf die Ankündigung, einiger hundert Aktivisten, am nächsten Freitag, dem 8. Juli, über Tel Aviv einreisen zu wollen und Palästina zu besuchen, lässt einige geradezu hysterisch werden.

Die Aktion: „Welcome to Palestine“ erklärte dazu in einer Pressemitteilung:

Nearly 600 women, men and children, among whom more than 350 French citizens, will fly to the West Bank next Friday 8 July, in answer to the call from 15 West Bank Palestinian civil society organizations.

The aim is to show that, if our governments do not seem to be interested in the fate of these people who have been under occupation for far too long, there are men and women from all countries, who are ready to bring them moral support, using a week of their holidays to go and meet them.

In order to go to Bethlehem, we have no other choice than first landing at Tel Aviv airport, since the only Palestinian airport was destroyed by Israel in the early 2000’s. We know that the internationals who go to Palestine are very often subjected to arbitrary, indeed criminal practices, when they are not turned back, which often leads them to lie on the reasons of their journey.

However, all the French, Belgian, British, German, Italian and American participants decided of one accord that, having nothing to hide, and coming with totally peaceful intentions, they would inform the Israeli authorities of our wish to go to the West Bank immediately after our arrival at Tel Aviv airport.

We then duly informed the French Foreign Office who forwarded the information to the Israeli authorities.

They therefore know perfectly well that we are not coming “to spread chaos at Tel Aviv airport” – contrary to claims by certain agencies, only to pay a visit to Palestinian families, share their daily life for a week, visit the towns, villages and refugee camps, discover the difficulties encountered by their inhabitants, also their culture and their expectations.

Our programme includes in particular exchanges with the Al-Rowwad Centre of the Aïda refugee camp (Bethlehem), help with olive tree planting around Ramallah, also a solidarity visit to the organizers of the Jenin Freedom Theatre whose manager, Juliano Meir Khamis, was brutally assassinated recently.

We strongly stress that we campaign for a just peace and for the freedom and security of both the Palestinian and the Israeli people. Such a peace necessarily means the end of the occupation of the Palestinian Territories and the respect of international law. There are many Israelis who share this point of view.

We are leaving with our passports in order. We are not carrying anything dangerous. We often come as families and we are ready to submit to the controls in force in all the airports of the world. However, we refuse both arbitrary practices, we mean without any connection with anyone’s security, and humiliation.

Denn, Tatsache ist, dass viel zu wenig klar wird, wie sehr auch die Westbank besetztes Gebiet ist, ein Gebiet, das eigentlich auch unter Blockade steht. Es gibt weder einen Flughafen, noch einen Grenzübergang, der nicht unter israelischer Aufsicht steht – auch von Jordanien aus kann man nicht ohne isralische Kontrolle einreisen und viele werden zurückgewiesen.  Die Aktion verspricht, interessant zu werden. Der hashtag auf twitter scheint aber #Airflotilla zu werden – mir gefiel Flightilla besser.

Es wird sicher ab Freitag auch in anderen Medien mehr darüber geben. Haaretz berichtet heute schon, und hier ein Tweet von Joseph Dana, der es sehr gut auf den Punkt bringt:

 

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Israel hat Mitgliedern der ausländischen Presse angedroht, wer auf der Flotilla mitfahre, dürfe danach zehn Jahre nicht mehr ins Land.

Israel warns media against boarding Gaza flotilla

Das gab harte Kommentare aus der Presse, aber soweit mir bekannt, ließ sich kein Reporter davon abschrecken. Auch die NYT fährt mit.

Avoid Gaza Flotilla, Israel Warns Foreign Journalists

Inzwischen scheint die israelische Seite zurückzurudern. Soo schlechte Presse wollte man denn wohl doch nicht haben. Was allerdings den israelischen Journalisten droht, kann ich nur ahnen.

Auch wenn die Abschreckung nicht wirkt – tausende haben sich für die wenigen Plätze an Bord der Schiffe gemeldet – versucht es Israel doch mit martialischen Ankündigungen:

Israeli Prisons are ready

Das französische Schiff für Gaza ist bereits aus Korsika ausgelaufen – ohne Behinderung durch französische Behörden, ebenso wohl das spanische – das Gernika heißt.

La Dignité

Hier findet sich mehr über Schiffe und Mitfahrende – dazu versuche ich, noch einen längeren Bericht zu schreiben, wenn es klappt:

Who’s sailing to Gaza

Auch ein arabisches Schiff fährt mit.

Arab ship to participate in Gaza Freedom Flotilla II

Und aus Griechenland kommt die Nachricht, dass die Blockade des US-Schiffes wohl durch eine israelische Organisation verursacht wurde, die einen – recht merkwürdigen Sponsor hat. Aber nachdem das nun bekannt wurde, scheint es weiterzugehen und der neue Bericht von J.Dana hört sich eher optimistisch an:

Flotilla organizers: “We are ready to sail”

Ich empfehle ohnehin, ihm und Mya Guarnieri auf twitter zu folgen und/oder ihre Artikel bei The Nation, +972 bzw. Maan zu lesen. Jeden einzelnen werde ich hier nicht verlinken.

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… die Rhetorik wird härter,  Israel versucht alles, um die Flotilla zu behindern. Joseph Danas tweets heute morgen sprachen auch von massivem Druck auf die griechische Regierung.

Israel escalates pressure, threats against flotilla

Für Zweifelnde: die Blockade Gazas ist illegal – also besteht kein Recht, Schiffe am Anlaufen des Hafens in Gaza zu hindern:

Gaza Blockade Legal? Hardly.

Oft wird auch eingewendet, die Flotilla sei nicht notwendig – zwei Artikel dazu:

Gaza Flotilla: Dr Ahmed Yousef IV On Breaking the Seige

Medicines for Gaza stuck at Israeli crossing

Wie ich schon anderweitig erwähnte, wird das amerikanische Schiff „Audacity of Hope“ zu mehr als einem Viertel von jüdischen Amerikanern bemannt. Hier schreibt einer von ihnen über seine Motivation:

A moment before boarding the next flotilla

Der erste Bericht aus Athen von Mya Guarnieri, die für Maan an Bord geht:

Savvy flotilla prep in full swing at Athens port

 

Mehr von J. Dana und M. Guarnieri. Der Druck Israels auf Griechenland wächst anscheinend, es war möglicherweise keine gute Wahl, griechische Häfen als Sammelpunkt zu wählen.

Flotilla organizers say Israel pressuring Greek government

With the Gaza Aid Flotilla

Greece: Israeli assault on the Flotilla is well underway

 

Ali Abunimah über Clintons recht hinterhältige Reden. Einerseits übersieht sie absichtlich (sie ist ja nicht dumm), dass die Flotilla keineswegs vorhat,  in israelische Gewässer einzudringen. Der Weg führt unmittelbar von internationalen Gewässern in die vor Gaza – wo israelische Marine nichts verloren hat. Andererseits legt sie mit ihrer Einschätzung den Grundstein dafür, dass in Zukunft noch mehr als bisher Palästina-Aktivisten als Hamas-Unterstützer in den USA gemäß den diversen Terror-Gesetzen verfolgt werden können. Übel.

Hillary Clinton gives green light for Israeli attack on Gaza flotilla

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Interview mit Alice Walker, Autorin („Die Farbe Lila“), die auch an der Flotialla teilnimmt:

Freedom Riders of Gaza flotilla prepare for tough voyage

Davon lässt sie sich auch nicht abhalten. Weder durch Warnungen der US-Regierung, noch durch die martialischen Drohungen der Israelischen Marine. Wobei die US-Regierung nicht etwa Israel warnt, nicht wieder Amerikaner umzubringen, sondern möchte, dass die nicht an der Flotilla teilnehmen. Schwaches Bild.

Author Alice Walker to take part in Gaza flotilla, despite U.S. warning

Mit der Flotilla kommt hoffentlich der Arabische Sommer nach Palästina:

After the Arab Spring, it’s time for a Palestine Freedom Summer

 

Interessanterweise wirkt die Flotilla schon, bevor sie losfährt. Plötzlich kann sogar Baumaterial nach Gaza eingeführt werden:

Israel Proves that Flotillas Work

 

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Neben den zahlreichen Versuchen, die Israel unternimmt, um andere Länder dazu zu bewegen, ihre Staatsbürger auf die ein oder andere Weise an der Teilnahme bei der Flotilla 2 zu hindern, kommen natürlich die eigenen nicht zu kurz.

Haneen Zouabi, die im letzten Jahr auf der Mavi Marmara war (ich schrieb über sie hier und hier), soll nun, wenn es nach einem ihrer Knesset-Kollegen geht, an der Ausreise gehindert werden:

MK Yariv Levin (Likud) has fired off a letter to Attorney General Yehuda Weinstein imploring him to prevent MK Hanin Zouabi (Balad) from leaving Israel in order to participate in the next flotilla to Gaza. Zouabi has stated her intent to board the flotilla, as she did in the case of the previous one, which ended in a bloodbath.
“I request that the honorable [Attorney General] act in order to ascertain that MK Zouabi will not be able to take part in the planned flotilla events, including by preventing her leaving Israel,” Levin wrote Weinstein.
Für ihren Mut wünsche ich ihr alles Gute. Wenn es jemand liest, der sie kennt, bitte ausrichten.
Bei der türkischen Regierung versucht man es mit Butterbrot und Peitsche – ein erster Erfolg ließ sich vermelden, da angeblich Davuoglu die IHH aufgefordert haben soll, die Flotilla zu verschieben, bis klar sei, ob nicht die Öffnung Rafahs ausreiche. Dabei übersieht er, dass die IHH nicht die Hauptorganisatorin ist. Zudem dürfte das, was sich derzeit in Rafah abspielt, wohl als Begründung ausreichen, dass Gaza einen freien Zugang über See braucht.
In Deutschland widerrum hat die Antisemitismus-Keule nachhaltig gewirkt:

Bislang war die Linke, die Partei in Deutschland, die sich wohl intensivisten für eine Lösung des Nahostkonfliktes eingesetzt hat! Damit ist es nun vorbei. Klaus Ernst, Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter der Linken, veröffentlichte vor wenigen Stunden eine Mitteilung, die besagt, dass es Abgeordneten der Linken nun nicht mehr gestattet ist die Ein-Staaten-Lösung in Betracht zu ziehen oder an der diesjährigen Free-Gaza-Flotte teilzunehmen!

So schreibt Ernst auf seiner Seite über den einstimmigen Beschluss den die Fraktion beschloßen hatte:

“Wir werden uns weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Ein-Staaten-Lösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte noch an der diesjährigen Fahrt einer ‘Gaza-Flottille’ beteiligen.”

 

Ich bin gespannt, ob sich die Abgeordneten auf Linie bringen lassen – gehe aber davon aus. Man ist ja in Deutschland.

 

Auch in Kanada soll einiges gegen die Flotilla-Teilnehme im Gange sein – wenn ich mehr finde, trage ich das hier nach.

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Noch immer können keine Baumaterialen für den Wiederaufbau nach Gaza eingeführt werden. Die Schäden, entstanden durch den israelischen Angriff vor einem guten Jahr sind so nicht zu reparieren. Das einzig verfügbare Baumaterial ist das, was man aus Trümmern zusammensucht – teils unter Lebensgefahr, wenn die Gegend wieder unter Beschuss ist, teils gegen Geld.

Laila Al-Sharif hat für France24 einen Artikel verfasst über den unmöglichen Wiederaufbau und das Leben in Gaza in Winterkälte und Regen.

In the past few days, the weather has been very bad. The cold is not the worst thing – at night the temperature never drops below eight degrees. The problem is that it rains so much and the wind blows very strongly. As a result, the dust from the street gets in everywhere, inside the houses, through broken windows and smashed doors.

Of course the humanitarian organizations distribute blankets and plastic tarpaulins. But it’s cement that is needed to protect people from the storms. Construction materials were already hard to come by and expensive after the start of the embargo [in 2007]. But since the war, things have got worse. The price of breezeblock has soared. That is why often building materials come from the ruins of the war. Gazans find themselves buying the remains of their houses to build another on!

In the streets of Gaza, you don’t see homeless people, but living on the street or in a hovel is the same thing. In the poorest neighbourhoods, there is no running water nor a constant electricity supply.  The problem is quickly becoming a health risk as rats and bugs are proliferating, bringing diseases with them.”

Zu dem Artikel gehören bemerkenswerte Bilder, die man sich ansehen sollte.

Acht Grad nachts – das hört sich nicht schlimm an, aber in Häusern ohne Heizung und mit Löchern, durch die der scharfe Wind pfeift, ist das wirklich kalt. Möge der Winter bald vorbei sein und die Blockade endlich enden!

 

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