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Genug?

Seit nunmehr 10 Jahren sitzt Marwan Barghouti in israelischer Haft. Israel weigerte sich im letzten Jahr, ihn mit gegen Gilad Shalit auszutauschen – daran scheiterten schon einige frühere Verhandlungen, aber in diesem Falle scheinen die Israelis zu viel Angst davor zu haben, dass er in Freiheit endgültig den Widerstand ohne Parteigrenzen sammeln könnte.

Aber auch aus dem Gefängnis heraus ist seine Stimme zu hören – und er sagte nunmehr, es sei genug. Genug der Versuche der Israelis, mit immer neuen Verhandlungen und nicht eingehaltenen Versprechungen die Palästinenser zum Narren zu halten, während die Siedlungen in der Westbank aufsprießen wie Pilze nach dem Regen. Während die Rechte der Palästinenser immer weniger werden, ihr Wasser gestohlen, ihre Bäume und Häuser zerstört werden.

Vor allem aber: genug der Zusammenarbeit der PA mit dieser lügnerischen Besatzungsmacht.

Der Ball liegt in Abbas‘ Feld.

Kinder in Palästina

Kinder sind die Zukunft. Auch für Palästina – wenn man sie denn aufwachsen lässt. Israel hasst diese Kinder – hält jedes für einen zukünftigen Terroristen.  Und so gibt es auch keinen Aufschrei, wenn nicht nur durch Angriffe, sondern auch durch die Blockadepolitik Kinder sterben: in Gaza ein 7 Monate altes und ein vierjähriges Kind, durch den Stromausfall.

Auch sechsjährige werden schon als Feinde begriffen, verhaftet und vier Stunden lang verhört (in 2010 war das jüngste verhaftete Kind erst 5 Jahre alt). Eine Liste mit gekidnappten Kindern gibt es bei occupied Palestine. Weiterlesen ….

Hana Shalabi wird im Juli 30 Jahre alt. Wenn sie ihren Geburtstag erlebt. Im September 2009 wurde sie von den Israelis in „Verwaltungshaft“ genommen und kam erst nach zwei Jahren, im Rahmen des Gefangenenaustauschs gegen Shalit, wieder frei. Es gab weder Anklage noch Urteil.

Im Februar 2012 wurde sie wieder verhaftet – wieder ohne jeglichen Grund. So trat auch sie, wie Khader Adnan, in den Hungerstreik. Inzwischen sind es fast 40 Tage, und da ihre Konstitution nicht so gut zu sein scheint, wie Adnans, besteht wohl Lebensgefahr.

Das gesamte System dieser willkürlichen Haft ist eine Schande – aber die Welt sieht zu und schweigt. Hier kommt hinzu, dass genau das passiert, was ich im letzten Jahr vorhersah: Israel nimmt nach und nach die im Austausch zu Shalit Freigelassenen wieder fest, soweit sie sich in Reichweite befinden. Shalits Vater soll gesagt haben, wäre er Palästinenser, er würde israelische Soldaten kidnappen.

Gestern las  ich ausgesprochen wütende Zeilen einer palästinensischen Aktivistin, die gescholten worden war, ihre Wortwahl sei nicht gewaltfrei genug. Sie zählte auf, was die gewaltlosen Aktionen jede Woche an Opfern und Verletzungen fordern – auch die Hungerstreiks gehören zu diesen gewaltlosen Protestaktionen, und wenn Hana stirbt, wird sie das erste Todesopfer dieser Streiks sein.

Wie lange werden die Unterdrückten sich noch an das Ghandi-Prinzip halten, wenn die Reaktionen so aussehen?

Heute um 14.00 h Ortszeit beginnt in Brüssel die UMRWA Palestine refugee youth conference. Abir Kopty ist dort und bloggt von dort. Es gibt einen lifestream, der twitter-hashtag ist #PalYC .

From the press release published by UNRWA announcing the conference:

The United Nations Relief and Works Agency (UNRWA), along with the European Union and the Government of the Kindgom of Belgium, is hosting a major international conference in Brussels on Palestine refugee youth. The event brings together policy-makers, human development practitioners, and leading members of the diplomatic and donor communities. In a series of thematic panel discussions, the conference will look at youth marginalisation and define actions in areas such as education, microfinance, and civil society where young people can be engaged.

Speakers’ list includes (see full program): Baroness Catherine Ashton, High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy, Dr. Nabil El Araby, Secretary-General of the League of Arab States, Professor Ekmeleddin Ihsanoglu, Secretary-General of the Organisation of Islamic Co-operation, Filippo Grandi, Commissioner-General of UNRWA, Mr. Martin Schulz, President European Parliament, Mr. Salam Fayyad, Prime Minister Palestinian Authority.

In Addition there will be sessions with Palestine refugee youth representatives.

62 % der Westbank werden als „Area C“ von den Israelis kontrolliert (der Rest auch, aber lassen wir das). Dort dürfen die Eigentümer des Landes, die Palästinenser, nichts. Weder sind sie ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, noch dürfen sie ihren Strom selbst produzieren. Das übersahen die freundlichen europäischen Stifter einiger Solaranlagen – und ärgern sich jetzt darüber, dass die Israelis sie als baurechtlich ungenehmigte Anlagen wieder abreißen wollen.

Das hat System – aber in Deutschland und den anderen beteiligten Staaten sieht man das nicht so gerne. Nur anonym wird es ausgesprochen:

One UN expert, speaking anonymously as they are not authorised to talk to the media, believes the crackdown on the alternative energy movement by the Israelis is part of a deliberate strategy in Area C. „From December 2010 to April 2011, we saw a systematic targeting of the water infrastructure in Hebron, Bethlehem and the Jordan valley,“ the source said. „Now, in the last couple of months, they are targeting electricity. Two villages in the area have had their electrical poles demolished.

„There is this systematic effort by the civil administration targeting all Palestinian infrastructure in Hebron. They are hoping that by making it miserable enough, they [the Palestinians] will pick up and leave.“

Israel versucht, die gesamte Westbank zu annektieren. Stück für Stück, und die Menschen dort werden zu oft von der Welt vergessen.

Joseph Dana hat ein Interview zum Thema der Solaranlagen geführt, um zu sehen, wie die derzeitige Einstellung der deutschen Regierung ist. Die ist allerdings wohl eher besorgt um die Verschwendung ihrer Spenden, weniger wegen der ethnischen Säuberung.

Verschiedene Meldungen berichten, dass mehrere tausend US-Soldaten nach Israel verlegt werden sollen, während gleichzeitig israelisches Militärpersonal nach Deutschland zum EUCOM kommen soll:

In one of the most blacked-out stories in America right now, the US military is preparing to send thousands of US troops, along with US Naval anti-missile ships and accompanying support personnel, to Israel. It took forever to find a second source for confirmation of this story and both relatively mainstream media outlets are in Israel. With one source saying the military deployment and corresponding exercises are to occur in January, the source providing most of the details suggests it will occur later this spring.

Calling it not just an “exercise”, but a “deployment”, the Jerusalem Post quotes US Lt.-Gen Frank Gorenc, Commander of the US Third Air Force based in Germany. The US Commander visited Israel two weeks ago to confirm details for “the deployment of several thousand American soldiers to Israel.” In an effort to respond to recent Iranian threats and counter-threats, Israel announced the largest ever missile defense exercise in its history. Now, it’s reported that the US military, including the US Navy, will be stationed throughout Israel, also taking part.

Also confirming the upcoming US-Israeli military missile exercises is JTA.org – ‚global news service of the Jewish people‘. In their account, they report, ‚Last week, plans for Gen. Martin Dempsey, the chairman of the U.S. Joint Chiefs of Staff, to visit Israel in January were leaked to Israeli media; his visit likely will coincide with the largest-ever joint U.S.-Israel anti-missile exercise‘.

While American troops will be stationed in Israel for an unspecified amount of time, Israeli military personnel will be added to EUCOM in Germany. EUCOM stands for United States European Command.

Das sieht mehr und mehr nach Kriegsvorbereitungen gegen den Iran aus.

Wie sich aus dem verlinkten Artikel und den Kommentaren (die sind teilweise ausgesprochen lesenswert) ergibt, wird diese Aktion äußerst leise gehandhabt. Dass die JP darüber berichtet, ist erstaunlich, in der amerikanischen Presse soll es nichts geben, in der deutschen ohnehin nicht.

Ich selbst muss mich diesmal bei einem der Blogger im „Freitag“ für das Auffinden bedanken.

Teenager mit M16s

Was stellt man sich unter dieser Überschrift vor? Muslimische Jungs, die mit scharfen Waffen auf „Ungläubige“ Jagd machen?

Denkste. Junge Israelis, die freiwillig bei der Grenzpolizei Dienst tun und es spaßig finden, „illegal aliens“ zu verhaften. Diese illegalen Infiltratoren sind meist – Palästinenser, die eigentlich dort zu Hause sind, aber von der Besatzungsmacht nicht die passenden Papiere bekommen.

“I like catching the Palestinian workers,” says Reut. “Generally we look for them because they scare children. The point is to catch them and return them back where they belong.”

Eran, another member of the group, describes the activities with joy: “It’s a fun feeling – you are filled with adrenaline and energy during such operations. We also feel pride for protecting our home. For instance, one time we went to a construction site and found a few of them there. We saw them hiding and we caught them, took their identification cards, sat them down in the vehicle, and called our commander to come check them.”

Das scheint aber nicht der einzige Fall einer verstärkten Zusammenarbeit mit Zivilisten und Siedlern zu sein, stellt Mya Guarnieri in einem Artikel zum gleichen Thema fest:

Haaretz’s article comes just days after the International Middle East Media Center reported that the Israeli army is also using Israeli settlers to help patrol checkpoints in the West Bank. Taken together, the two suggest that the level of cooperation between the army and Israeli civilains who live in the occupied West Bank, in contravention of international law, could be on the rise.